Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Spendet für das Krankenhaus in Tirbespî‎!

Medico International will ein verlassenes Krankenhaus in Tirbespi/Rojava wiederherstellen. Dort sollen u.a. Notaufnahme, Röntgenstation, Labor und Patientenzimmer neu eingerichtet werden. Das Krankenhaus soll 100.000 Menschen versorgen. Es wird ein wichtiger Baustein in der kostenlosen Gesundheitsfürsorge Rojavas sein.

Spendenkonto:
medico international
IBAN: DE21 5005 0201 0000 0018 00
BIC: HELADEF1822
Frankfurter Sparkasse

Stichwort „Tirbespi“

Leyla Imret am 25. Februar 2019 in Oberhausen

Vor fünf Jahren kandidierte Leyla Îmret für die linke BDP (Partei der demokratischen Regionen) und wurde mit 83% der Stimmen zur Bürgermeisterin ihrer Heimatstadt Cizre gewählt. Nach Verhängung einer Ausgangssperre und dem Einmarsch der türkischen Armee wurde sie ihres Amtes enthoben und lebt nun seit rund zwei Jahren im politischen Asyl in Deutschland, um konstruierten Anklagen und einer langjährigen Haftstrafe in der Türkei zu entgehen.
Ungeachtet ihrer persönlichen Gefährdung sagte sie 2018 als sachverständige Zeugin vor dem Internationalen Tribunal der Völker in Paris zu Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen des türkischen Staates in ihrer Stadt während der militärischen Belagerung aus. Aus dem Exil kämpft sie weiterhin unerschrocken für ihre Rückkehr in das Bürgermeisteramt, in das sie demokratisch gewählt wurde, und setzt sich weiterhin couragiert für die Menschenrechte in der Türkei sowie für eine friedliche und gerechte Lösung der kurdischen Frage ein.
Leyla Îmret wird über ihren Kampf für die Wiedereinsetzung in ihr Bürgermeisterinnenamt sowie die aktuelle politische Situation in der Türkei und Rojava referieren.

Vortrag und Diskussion:
25.02., 18 Uhr,
Linkes Zentrum Oberhausen, Elsässerstraße 19

Nie wieder Krieg in Afrin!

Hundert Jahre nach dem Ersten Weltkriegs fragen wir nach den Ursachen und Folgen der kriegerischen Auseinandersetzung in Afrin / Syrien.

Täter und Mittäter

Wir wollen über Täter und Mittäter diskutieren. Politisch verantwortlich für den völkerrechtswidrigen Angriff der Türkei auf Afrin ist der türkische Präsident Erdogan. Wie Assad auf die eigene Bevölkerung so führt Erdogan die mörderischen Attacken auf Afrin trotz UN-Waffenstillstand fort.

Herrn Laschets Lernbereitschaft

Die kurdischen Milizen YPG und YPJ haben nicht nur Kobane gegen den Islamischen Staat verteidigt, sondern halb Syrien vom Islamischen Staat befreit. YPG und YPJ retteten die JessidInnen aus dem irakischen Sindschar-Gebirge vor dem IS. In seinem Grußwort an die Duisburger Akzente fragte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU): „Müssen wir uns – angesichts der aktuellen Kriege in Syrien (…) – damit abfinden, dass die Lehren aus der Geschichte auf wenig Lernbereitschaft treffen?“ Wir fragen Herrn Laschet: Besteht ihre Lernbereitschaft darin, dass Sie die Polizei in NRW anweisen, das Verbot der Fahnen von YPG und YPJ strikt durchzusetzen? Herr Laschets (CDU) Kniefall vor Präsident Erdogan, bei dem allein YPG und YPJ auf der Terrorliste stehen, gilt auch für die PYD, die in den nordsyrischen Regionen Afrin, Kobane und Cizire (kurz Rojava) in der Praxis ein System der Selbstverwaltung eingeführt hat, in dem Nationalitäten, Religionen und Frauen gleichberechtigt sind. Diktator Erdogan will die Basisdemokratie zerstören.

Herr Grillo und die Glattrohrkanone

Nicht weit von hier in Düsseldorf sitzt der Rüstungskonzern Rheinmetall AG. Er produzierte die 12 cm Glattrohrkanone für den Panzer Leopard 2, mit dem die türkische Armee Afrin angreift. Die Bundeswehr lieferte ca. 400 Panzer Leopard 2A4 an die Türkei. Die Rheinmetall AG, die in „Divisionen“ eingeteilt ist, machte 2016 einen Umsatz von 5,6 Mrd. Euro Umsatz und entsprechende Profite. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist ein Herr Ulrich Grillo. Unmöglich! Sollte ein so engagierter Industrieller helfen, die tödliche Tradition des deutschen Rüstungskapitals fortzusetzen? Wer in Duisburg gegen den Krieg in Afrin und gegen Kriege aktiv werden will, sollte politisch gegen Herrn Ulrich Grillo aktiv werden!

Rojava-Solidarität Oberhausen

Hunderttausende fliehen aus Afrin: vor türkischen Bomben, Dschihadisten und Leopard2

Türkische Truppen und mit ihnen verbündete Dschihadisten haben den kurdischen Kanton Afrin in Syrien angegriffen und besetzt. Leopard 2-Panzer stehen vor dem Rathaus der Provinzhauptstadt. Über 500 Zivilisten wurden durch türkische Luftangriffe ermordet. Hundert-tausende sind auf der Flucht. Alles was nicht niet- und nagelfest ist, wird im einstmals blühenden Afrin von den Dschihadisten geplündert. Dagegen ist die Versorgung der Flüchtlinge katastrophal.

Mit Beginn des türkischen Angriffs hat medico international die Nothilfe für Afrin ins Leben gerufen. Nachdem das Krankenhaus in der Provinzhauptstadt von der türkischen Luftwaffe bombardiert wurde, PatientInnen und medizinisches Personal geflohen sind, unterstützt die Nothilfe nun die Flüchtlinge in Rojava.
Ihnen fehlen Zelte, Planen, Decken, Matten, Trinkwasser und Nahrungsmitteln. Die einzige Hilfe leisten der kurdische und der syrische Rote Halbmond. Von den westlichen Großmächten, die tatenlos dem völkerrechtswidrigen türkischen Angriff auf Afrin zusahen, kommt nichts. Die CDU/CSU-SPD-Regierung schweigt. Stattdessen werden hier den DemonstrantInnen für Afrin die kurdischen Fahnen verboten.
Medico international steht den Menschen aus Afrin weiterhin bei, die eine basisdemokratische, pluralistische Gesellschaft aufbauen wollten. Dazu brauchen sie unsere Unterstützung.

Deshalb haben wir Anita Starosta von medico international nach Oberhausen eingeladen. Sie wird die aktuelle Lage der Flüchtlinge aus Afrin schildern und die Kampagne Nothilfe für Rojava vorstellen.

Veranstaltung:
Nothilfe für die Flüchtlinge aus Afrin

mit Frau Anita Starosta / medico international

Donnerstag, 19.04.2018, 19 Uhr, CVJM, Marktstraße 150

Sofortiger Stopp des Angriffs auf Afrin!

Türkische Truppen haben am 20. Januar mit deutschen Waffen Afrin angegriffen. Da die Stadt und der gleichnamige Kanton Afrin zu Syrien gehören, handelt es sich um einen völkerrechtswidrigen Angriff der Türkei auf Syrien. Diplomatisch hatte Deutschland dem türkischen Angriff grünes Licht gegeben. Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Herr Breul, erklärte am 19.01.2018: „die Türkei (hat) legitime Sicherheitsinteressen entlang ihrer Grenze mit Syrien, welche für die Türkei von herausragender Bedeutung sind“.

In Oberhausen fanden bisher zwei Demonstrationen gegen den Angriff auf Afrin statt. Es beteiligten sich 500 bzw. 200 Personen. Auf einer Veranstaltung der Rojava-Solidarität Oberhausen am 05. Februar wurden Vorschläge besprochen, um Solidarität mit Afrin zu zeigen. Die Menschen dort, darunter viele Flüchtlinge, die vor dem syrischen Bürgerkrieg in das bisher ruhige Afrin flohen, brauchen humanitäre Hilfe. Auch die Aufklärung über die Gleichstellung von Mann und Frau, aller Religionen und der Nationalitäten in Afrin soll weitergehen. Die dort praktizierte basisdemokratische Selbstverwaltung von unten nach oben ist vorbildlich für den ganzen Nahen Osten, bedroht aber Erdogans Regime, das z.B. die Pressefreiheit aufgehoben hat, Journalisten einsperrt, demokratische Parteien unterdrückt und Oppositionelle verfolgt.
Schließlich wird zu untersuchen sein, welche Firmen im Ruhrgebiet an deutschen Rüstungshilfen für die türkische Armee beteiligt sind.

Das Solidaritätskomitee trifft sich wieder am Montag, den 12.02.2018, 18 Uhr, im Linken Zentrum, Elsässerstraße 19, 46045 Oberhausen-Stadtmitte. Unterstützung ist erwünscht.

Dr. Peter Berens
Rojava-Solidarität Oberhausen
Oberhausen, 09.02.2018